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Unser Expräsident

Heute also begann der Prozess gegen unseren Expräsidenten, den lieben Herrn Wulff. Letzterer will sich tatsächlich reinwaschen und seine Ehre wiederherstellen.

Nun, zu der ganzen Sache kann man geteilter Meinung sein. Man kann die Medienkampagne gegen ihn ablehnen und der Meinung sein, es wurde übertrieben. Man kann der Meinung sein, wegen den paar Kröten lohnt sich der Aufwand nicht. Man kann sich aber auch mal etwas mehr Gedanken darüber machen und kommt zu dem Schluss, dass alles ganz zwangsläufig so gekommen und und Herr Wulff die Katastrophe selbst heraufbeschworen hat.

Meines Erachtens ist Herr Cristian Wulff ein Naivling, welcher es überwiegend
durch seine Herkunft und die Kunst, Beziehungen zu pflegen, an die Spitze des
Staates geschafft hat.
Anders ist es doch nicht zu erklären, dass sich ein Politiker, der als solcher
nicht mal den Anschein erwecken darf, er wäre bestechlich, von aller Welt aushalten
lässt.
Möglich, dass es keine Gegenleistungen gab, möglich, dass aber doch.
Sicher ist aber, dass sich Herr Wulff dem Gerede und den Mutmaßungen selbst
ausgesetzt hat, als er sich "bei Freunden" einladen liess und andere
Freundschaftsgeschenke empfing. Es gehört schon eine gehörige Portion Naivität
dazu, sich diesem Risiko trotz eines Ministerpräsidentengehaltes auszusetzen.
Oder er war dermaßen abgehoben, dass er nicht damit rechnete, vom Pöbel zur
Rechenschaft gezogen zu werden.

Zu dieser Variante passt dann auch der zweite große Fehler des Herrn W.:
Der Anruf bei Herrn Dieckmann.
Wirklich, man muss schon mit der Muffe gepufft sein, zu glauben, das bliebe
nicht ohne Konsequenzen bzw. hätte die gewünschten Folgen.
Diesen Anruf fassen wir mal kurz zusammen:
Da ruft also der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, der oberste Hüter
des Grundgesetzes, bei dem Chefredakteur des auflagenstärksten Wurstblattes der
Republik an und verlangt unter Drohungen, dass ein ihm nicht genehmer
Artikel nicht erscheint. Er versucht also, Kraft seines Amtes, den Art. 5
des Grundgesetzes, die Pressefreiheit, auszuhebeln.
Wie kommt der Mann auf diese Idee? War es wirklich nur Naivität? War es
Größenwahn? Oder waren Alkohol oder Drogen im Spiel? Und wie kann man sich dann
hinterher darüber beschweren, wenn die gesamte Journalistenschar zurückschießt?
Glaubte er denn ernsthaft, die lassen sich diesen Angriff auf die Pressefreiheit
gefallen? Die anschließende Kampagne war doch abzusehen. Wulff dagegen:
"4. Januar 2012: In einem TV-Interview räumt Wulff ein, sein Wut-Anruf bei
"Bild"-Chefredakteur Diekmann sei "ein schwerer Fehler" gewesen. Trotz des
anhaltenden Drucks werde er aber nicht zurücktreten. Er wisse, dass er nicht
alles richtig gemacht, aber nichts Unrechtes getan habe." (Spiegel online von heute)

Und jetzt geht es um läppische 753,90 €. Oder doch nicht? Es geht um mehr:
Es geht darum, dass sich ein Ministerpräsident möglicherweise hat korrumpieren
lassen. Es geht darum, dass eventueller nicht für den Bürger, sondern für seine
Brieftasche gearbeitet hat. Natürlich ist keine direkter Schaden entstanden.
Aber wer so etwas mitmacht, der macht sich erpressbar. Und wer erpressbar ist,
der kann nicht mehr frei entscheiden. Und DAS ist es, was er sich vorwerfen
lassen muss. Und es ist ein Anfang: Erst sind es 700 € und es schadet keinem.
Dann sind es 7'000 und es schadet kaum jemanden. Bei 7 Mio ist der Schaden dann egal.
Und genau deshalb sind auch 700 € bereits relevant.

Die Ehre des Christian Wulff, die wird das Gericht nicht herstellen können.
Die Ehre, die hat er selbst verkauft.

23.11.13 19:30
 
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