* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Themen
     Aktuelles
     Preiswert kochen
     Ratgeber Nichtrauchen

* Letztes Feedback
   20.11.13 17:29
    Ist das wichtig! Die Ver
   20.11.13 17:43
    Die Sache ist nur die: E
   8.05.17 10:30
    Meine Erfahrungen beim A








Rauchfrei leben Teil 4

Jetzt geht es los

Sie haben sich die Argumente gegen das Rauchen oft genug überlegt? Sie freuen sich darauf, nicht mehr bei Wind und Wetter vor die Tür zu müssen? Sie wollen unbedingt, dass Sie wieder über ihr Leben bestimmen und nicht mehr die Zigarette?
Ein Forum haben Sie sich schon gesucht? Die Hilfsmittel sind besorgt und der Termin ist da? Na dann kann es ja los gehen.
Sie haben am Vorabend vermutlich etwas wehmütig die letzte Zigarette ausgedrückt und jetzt sitzen Sie da, greifen nach der nicht mehr vorhandenen Schachtel und denken sich mit einem leichten Schmunzeln: „Ach ja, aufgehört!“.
Sie werden bemerken, dass Sie in einem dauerhaften Hochgefühl sein werden, weil Sie es jetzt endlich angehen und weil Sie wissen: Dieses Mal werden Sie es schaffen!
Nutzen Sie den ersten Tag doch dazu, gleich richtig „klar Schiff“ zu machen! Waschen Sie den Geruch aus den Gardinen und freuen Sie sich darauf, dass diese jetzt länger als zwei Stunden frisch riechen. Putzen Sie die Fenster und staunen Sie, wie klar die Sicht auf einmal ist. Machen Sie sich auch über die Polster und Teppiche her, die garantiert den Geruch von kaltem Rauch beherbergen. Wenn dann noch anständig gelüftet wird, dürften Sie den kalten Rauch aus ihrer Wohnung verbannt haben. Das Ganze ist jetzt kein „muss“ der für das neue Leben besonders notwendig ist und die Wohnung ist sicher auch so sauber und aufgeräumt. Nur ist es tatsächlich so, dass Sie als Raucher den Geruch von Rauch kaum noch wahrnehmen. Ihren eigenen Körpergeruch und Ihr tägliches Deo riechen Sie ja selbst auch nicht den ganzen Tag. In einigen Tagen wird das aber anders aussehen. Dann sind Sie nicht mehr ständig von einer Rauchwolke umgeben und werden diesen „Duft“ schon aus diesem Grund eher bemerken. Und Ihr Geruchssinn wird an sich wieder besser funktionieren, was die Wahrnehmung noch verstärkt. Außerdem ist auch das eine kleine Hilfe auf ihrem Weg. Denn eine deutlich angenehmer riechende Wohnung wird auch etwas sein, was Sie schnell nicht mehr missen wollen.

Fangen Sie jetzt übrigens mal an, die Raucher zu beobachten, wenn Sie irgendwo hingehen. Gönnen Sie sich z.B. einen Kinobesuch und schauen Sie sich an, wie die Raucher, zu denen Sie bis gestern noch gehört haben, noch schnell „eine durchziehen“ bevor der Film anfängt. Schauen Sie, wie die gleichen Leute nach dem Film eiligst zum Ausgang streben, weil die Nächste angemacht werden muss. Und stellen Sie sich vor, dass Sie nie wieder zu dieser Gruppe gehören müssen. Sie haben ihr Hilfsmittel, welches Sie über den Tag bringt. Und auch dieses wird in einigen Wochen  nicht mehr nötig sein.
Abgesehen von diesen neuen oder wieder neuen Wahrnehmungen wird sich die ersten Tage noch nicht so viel ändern. Möglicherweise ist es ungewohnt, ohne die letzte Zigarette zu Bett zu gehen. Und es fühlt sich garantiert komisch an, wenn man nach dem Essen nicht mehr zur Schachtel greift, sondern irgend etwas anderes tut. Aber dieses Gefühl ist normal. Wenn Sie auch nur ein Jahr lang regelmäßig geraucht haben, dann haben Sie bereits über 1000 mal nach dem Essen zur Zigarette gegriffen. (365 Tage x drei Mahlzeiten). Multiplizieren Sie das mal mit der tatsächlichen Anzahl an „verrauchten“ Jahren! Dass sich da eine Gewohnheit tief in Ihr Verhalten eingeschliffen hat, ist doch nur logisch. Aber haben Sie Geduld! Es dauert bei Weitem nicht so lang, bis diese Gewohnheit wieder verschwunden ist.
Wo wir eben beim Thema sind: Sie werden nach den ersten zwei bis drei Tagen möglicherweise etwas bemerken, was Sie vorher nicht für möglich gehalten haben. Das Essen wird nämlich wieder schmecken. Und damit meine ich „schmecken“ im eigentlichen Sinn. Das erste, was sich erholt, sind der Geruchs- und der Geschmackssinn. Mir ging es nach ungefähr drei Tagen so, dass ich einige Geschmacksrichtungen wieder deutlicher wahrnehmen konnte. Und als ich eines Morgens aus dem Haus ging, roch die Wiese vor dem Haus wieder nach Gras. Das fiel mir richtig auf. Wenn es Ihnen genau so geht, genießen Sie es ruhig. Und fügen Sie es in die Liste mit den positiven Erfahrungen, die Sie durch den Verzicht auf die Zigarette machen werden und schon gemacht haben.
Eine andere Sache wird ihnen allerdings weniger gefallen: Sie werden in der ersten Zeit wahrscheinlich schlechter schlafen. Das ist nicht ungewöhnlich und hat etwas damit zu tun, dass der Körper sich nur langsam umstellt. Das Rauchen, bzw. die Verarbeitung der ständig einströmenden Sucht- und Giftstoffe hat ihren Körper nämlich recht viel Energie gekostet. Diese Energie muss nicht mehr aufgewandt werden. Als Folge ist etwas überschüssige Energie vorhanden, die zu Einschlafstörungen führen kann. Um dem gegenzusteuern, sollten sie ihr Nikotinpflaster erst am nächsten Morgen entfernen, sofern es nicht sowieso für 24 h vorgesehen ist (es gibt da verschiedene Sorten). Sollten Sie die 24-h-Sorte erwischt haben, dann wechseln Sie immer von dem zu Bett Gehen das Pflaster. Frische Pflaster geben anfangs etwas mehr Nikotin ab. Dadurch wird das Einschlafen etwas leichter Wenn Sie sich für die Pastillen oder Kaugummi entschieden haben, dann versteht es sich natürlich von selbst, dass am Tagesende das letzte Exemplar genommen wird. Erfahrungsgemäß hilft das immer recht gut.
Wenn sie dann schlafen, wird es ihnen mitunter passieren, dass sie vom Rauchen träumen. Und egal, ob sie im Traum dann die Zigarette rauchen oder nicht; am Ende hat es die gleiche Ursache. Sie beschäftigen sich nämlich im Unterbewusstsein intensiv mit diesem Thema und das ist auch sehr gut so. Sollten diese Träume dagegen ausbleiben, ist es auch nicht schlimm. Dann schlafen sie vermutlich doch nicht so schlecht.
Ich habe geschrieben, dass das Essen wieder schmeckt. Das liegt auch daran, dass der  Appetitzügler Nikotin ja auch nicht mehr da ist. Achten sie trotzdem darauf, dass sie nicht mehr essen als vorher. Denn das ist die Ursache dafür, dass viele nach dem Rauchen dauerhaft zunehmen und nicht das fehlende Nikotin. Sie werden allerdings in den ersten Wochen wahrscheinlich trotzdem ein wenig Gewicht zulegen. Das ist aber normal. Die Ursache liegt natürlich wieder im fehlenden Nikotin. Denn das Nikotin hat bisher für höhere Adrenalinausschüttung gesorgt. Das wiederum bewirkt einen besseren Abbau von Fetten und bestimmten Zuckerarten. Ihr Körper braucht natürlich einige Zeit um auch die Kontrolle über diese Dinge zurückzuerlangen. Wenn Sie also normal weiter essen, wird sich das Gewicht wieder einpegeln. Vorsorglich können Sie die gewonnene Zeit und wiedergewonnene Kondition ja für Sport nutzen.
Eine leichte und vorübergehende Gesichtszunahme ist also normal und wirklich dem fehlenden Nikotin geschuldet. Eine dauerhafte Gewichtszunahme läge aber einfach daran, dass Sie mehr essen.


Schmacht

Wenn Sie gut vorbereitet waren, werden Sie es in den ersten Tagen kaum gespürt haben, das unbedingte Verlangen nach einer Zigarette. Denn Sie freuten sich, dass es so gut anläuft. Sie genießen das neue Leben und fühlen sich den Rauchern auch ein klein wenig überlegen, weil Sie es hinter sich gelassen haben, das Leben mit dem Rauch.
Aber irgendwann ist es da, das Verlangen. In unserem Forum nannten wir es „Schmacht“. Einige gaben dem Verlangen auch einen Namen und nannten es „Nikomo“, das Nikotinmonster. Sie werden sich jetzt sicher denken können, dass dies ein ständiges Thema im Forum war, wo es doch schon einen eigenen Namen bekommen hat. Das stimmt. Denn die Schmacht bleibt nicht aus. Und das kann verschiedene Ursachen haben. Der Eine denkt bei Stress daran, wie er sich früher eine Auszeit mit Zigarette gönnte. Der Andere sitzt Abends beim Bier mit Freunden oder ist auf einer langen Autofahrt gelangweilt. Es gibt wahrlich viele Gründe, die zur Schmacht führen können. Und sie sind bei jedem verschieden. Das beste Mittel dagegen ist aber ganz einfach: Abwarten und Ablenken. Atmen Sie bei Stress tief durch und nehmen Sie einen Kaugummi, holen Sie beim Bierabend neue Salzstangen oder gehen Sie zum Dartbrett, singen Sie bei der Autofahrt laut den Radiosong mit. Sie werden in jeder Situation etwas finden, um nicht mehr an  die Schmacht zu denken. Es ist nie verkehrt, wenn Sie aktiv werden.  Es sind übrigens genau diese Momente, in denen Mechanismen greifen müssen, von denen ich geschrieben habe. Genau jetzt muss Ihnen einfallen, warum Rauchen eben nicht gut wäre, welche Vorteile das neue Leben bereits bringt und dass Sie nach genau dieser Zigarette wieder am Anfang wären. Genau genommen wären Sie sogar ein ganzes Stück weit weg vom Anfang. Denn Ihr Selbstbewusstsein und Ihr Optimismus wären auf einen Schlag weg. Sie wären einfach verschwunden, nicht mehr vorhanden. Ihr Projekt wäre gescheitert. Alle Vorteile wären verpufft. Wenn Ihnen das klar ist, kommen Sie über diese Momente hinweg.
Ich kann Ihnen aber versprechen, dass die Schmacht im Laufe der Zeit immer weniger ein Problem sein wird. Diese Momente werden seltener und auch kürzer. Denn Sie werden einerseits lernen, damit umzugehen und andererseits wird die Erinnerung an die Zeit des Rauchens verblassen und nur noch selten aufblitzen.
Seien Sie aber trotzdem auf der Hut! Wie das bei Erinnerungen so ist, bleiben immer nur die guten. Deshalb denken z.B. viele gern an ihre unbeschwerte Kindheit und haben den Streit mit Geschwistern, die Bestrafungen der Eltern oder die Angst vor manchen Lehrer völlig vergessen.
Und so wird das auch mit dem Rauchen werden. Sie werden bei der Schmacht an die beruhigende Wirkung, das Glücksgefühl der ersten Zigaretten erinnert. Aber Sie erinnern sich in dem Moment nicht an Raucherhusten, brennenden Geschmack im Mund und klamme Finger im Winter. An solche Sachen müssen Sie immer bewusst denken, sonst kann es sein, dass Sie in einem schwachen Moment eben doch von Nikomo erwischt werden. Und dann kommt nach der einen, die ja nicht schaden kann, in einigen Wochen noch eine und weil ja die Wirkung so ist, wie bei der allerersten Zigarette, dauert es dann nur einige Tage bis mal wieder eine Gelegenheit da ist. Und dann beginnt man die Gelegenheiten zu suchen.....
Sie sehen, es kann sehr schnell gehen, wenn man erst mal diese ominöse eine Zigarette genommen hat. Deshalb ist es wichtig, die Finger ganz davon zu lassen. Wenn Ihnen das schwer fällt, dann versuchen sie einen Trick: Genau wie Sie den Rauchstopp auf einen festen Termin gelegt haben, legen Sie einfach den möglichen Rückfall auf einen Termin. Dieser muss nur weit genug in der Zukunft liegen und unbedingt eingehalten werden. Ich meine damit, dass Sie nicht vorher schon mal Probe rauchen. Ob dieser Termin nun der erste Rententag ist oder der 75. Geburtstag, ist unerheblich.
Sagen Sie sich und anderen: „Wenn ich je wieder rauche, dann ist das eine Zigarre, wenn ich meine erste Rente bekomme!“.  Sie müssen diesen Termin ja dann später nicht einhalten. Vermutlich werden Sie dann sowieso kein Verlangen mehr danach haben.
Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass dieser Trick prima hilft, die Schmachtmomente zu überwinden.
Sein sie also auf die Schmacht vorbereitet und halten sie
1. die Argumente für ein rauchfreies Leben bereit
2. Lenken sie ihre Gedanken in eine andere Richtung
3. Verschieben sie das Rauchen auf den fernen Termin.

Mit dieser Strategie sollten sie in der Lage sein, jede Klippe zu umschiffen.

15.11.13 08:45
 
Letzte Einträge: Rauchfrei leben Teil 5, Mittag unter 5€ für 4 Personen -I-, Mittag unter 5€ für 4 Personen -II-, Mittag unter 5€ für 4 Personen -IV-, Große Koalition?


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung