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Rauchfrei leben Teil 5

Die 3-Monats-Krise

In unserem Forum haben wir damals festgestellt, dass ungeheuer viele Foristen nach ungefähr drei Monaten noch mal echte Probleme bekommen haben. Das hat am Anfang erst mal alle überrascht. Bis wir dann der Ursache auf den Grund kamen. Wenn Sie die ersten Wochen mehr oder weniger problemlos geschafft haben, kommt die Zeit, in der Sie sich immer weniger mit ihrem neuen Leben beschäftigen. Das Rauchen ist nur noch eine Erinnerung und nicht mehr allgegenwärtig. Das Leben ohne Rauch wird langsam zu Routine.
Ich vergleiche das immer mit dem Ende einer schlechten Beziehung. Erst bleibt man zusammen, obwohl man sich nicht wohl fühlt. Dann trennt man sich doch und fühlt sich frei. Und einige Wochen später denkt man zurück und sagt sich: „Es war ja doch nicht so schlecht.“  
Und genau das passiert nach einiger Zeit. Sie vergessen die Probleme, die sie hatten. Sie denken nicht mehr so sehr darüber nach, welche Vorteile Sie haben. Es ist für Sie normal, nicht mehr im Restaurant vor die Tür zu müssen oder aufzupassen, dass ja genügend Zigaretten zu Hause sind. Rauch im Auge, gelbe Finger, Brandflecken und nach Rauch riechende Kleidung, das alles vergisst man mit der Zeit, wenn man sich nicht immer wieder damit beschäftigt. Und genau dieses Beschäftigen, das hört mit der Zeit auf.
Genau wie in der beschriebenen Beziehung hätte man gern die Vorteile und das Gute zurück. Das entspannte Gefühl der ersten Zigaretten und die leichte Euphorie, daran erinnert man sich – bewusst oder unbewusst. Aber Sie sollten sich immer darüber im Klaren sein: Sie können diese vermeintlichen Vorteile nicht ohne die vielen Nachteile bekommen. Und vergessen Sie nicht, dass Sie auf die gleiche Art schon einmal in die Abhängigkeit von der Zigarette gerutscht sind. Das Ende war der Wunsch, endlich von der Zigarette loszukommen, gefolgt von mehreren erfolglosen Versuchen, dieses auch zu schaffen. Ein Rückfall nach drei Monaten würde genau diesen Kreislauf wieder in Gang setzen. Denn eines ist sicher: Ein Starkraucher wird es genauso wenig schaffen, Gelegenheitsraucher zu werden, wie es ein Trinker schafft, zum Gelegenheitstrinker zu werden. Sie können ihre Sucht nicht beenden, indem Sie weniger von dem Suchtmittel konsumieren. Und ihr Suchtmittel, das ist die Zigarette.

Wenn Sie also nach ungefähr einem viertel Jahr bemerken, dass die Schmacht, die eigentlich immer weniger wurde, plötzlich wieder viel stärker wird, dann  sehen Sie es erst Mal recht gelassen. Denn jetzt wissen Sie ja, dass das nicht ungewöhnlich ist. Denken Sie daran, dass Sie sich wieder etwas mehr mit dem Thema beschäftigen müssen und eben noch nicht ganz über den Berg sind. Und sein Sie unbesorgt. Denn auch diese Krise geht vorbei. Sie dauert meist kaum eine Woche. Und wenn Sie bereits drei Monate geschafft haben, dann ist die eine Woche doch locker auch noch drin!



Und dann?

Nach den ganzen Wochen sollten die Hilfsmittel eigentlich kaum noch nötig sein. Vielleicht kauen Sie noch einen oder zwei Nikotinkaugummi der schwächsten Sorte pro Tag. Oder Sie haben immer noch etwas Angst sich von Ihren Pflastern zu trennen. Das ist in Ordnung und nicht schlimm. Probieren Sie es ruhig mal ganz ohne. Lassen Sie einfach eine Reserve in der Tasche, die Sie bei Bedarf noch verwenden können. Ein Rückfall auf Kaugummi, Pastillen oder Pflaster ist jedenfalls besser, als eine Zigarette zu schnorren. Denn das wäre die Gefahr, wenn es doch noch nicht ganz ohne geht. Diesen Minirückfall hatte ich auch. Nach zwei Tagen ohne meine „Nikogums“ musste ich doch wieder auf einen zurückgreifen. Ich habe dann noch zwei Wochen länger gebraucht, bis meine Kaugummi nicht mehr von Nicorette und Nicotinell waren. Weitere zwei Jahre später (ja, das dauert manchmal) habe ich mich auch nicht mehr um normale Kaugummi gekümmert. Das war dann aber eine wirklich unmerkliche Sache. Ich kann nicht mal mehr sagen, wann und warum ich keine mehr gekauft habe. Es war einfach völlig unwichtig.
Die Schmacht, das werden Sie sicher auch merken, ist immer noch nicht ganz  verschwunden. Und ich muss ihnen mitteilen, dass das auch nach einigen Jahren nicht anders ist. Es ist aber kein Vergleich mehr mit der Anfangszeit. Die Momente kommen immer seltener und die Dauer ist kaum noch zu messen. Mich erwischt es manchmal, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe und zufällig auf meine ehemalige Stammmarke blicke. Es ist eigentlich eine Art Flashback. Für einen kurzen Moment zuckt der Gedanke durch den Kopf, sich eine Schachtel aufs Band zu legen. Aber der Moment ist schneller vorbei, als ich die Hand heben kann. Ich denke, diese immer wiederkehrenden kurzen Momente der Schmacht, das ist der Preis, den man als Exraucher zahlen muss. Aber damit kann ich leben und ich halte es für einen geringen Preis, verglichen mit dem, was ich hätte zahlen müssen, wenn ich noch rauchen müsste.

Zu guter Letzt noch einen Rat: Wenn sie es wirklich geschafft haben, wenn sie also sicher sind, dass sie es nie mehr nötig haben, sich eine Zigarette anzumachen, dann sind sie wahrscheinlich versucht, andere zu überzeugen, damit auch diese vom Nikotin wegkommen. Lassen sie es lieber sein. Es gibt kaum einen Raucher, ob nun süchtig oder (noch) nicht, der sich überzeugen lässt. Die typische Reaktion des Rauchers ist doch erst mal pure Ablehnung („Schon wieder so einer!&ldquo. Und oft macht sich Derjenige schon aus lauter Trotz erst mal eine an. Wenn Sie sich erinnern, werden Sie wissen, was ich meine.
Allerdings wird es natürlich passieren, dass sie mit einem Raucher zu diesem Thema ins Gespräch kommen. Denn auf die Aussage „Ich rauche nicht mehr, habe vor 3 Jahren aufgehört.“ kommt oft eine Reaktion, die auch in eine Diskussion münden kann. Und dann sind es die Raucher (und ich meine nicht die Gelegenheitsraucher) die glauben, sich rechtfertigen zu müssen. Und sie nennen die immer gleichen Argumente, die aber alle widerlegbar sind. Schauen wir uns mal die wichtigsten an:

„Also, ich bin ja Genussraucher!“

Wirklich? Es ist ein Genuss, bei klirrender Kälte vor einem Lokal zu stehen und Rauch einzuatmen? Es ist ein Genuss, Sonntag Abend noch mal raus zu müssen, weil die Zigaretten alle sind? Und Veranstaltungen, wo nicht geraucht werden darf, die kann man genießen, wenn man schon nach 30 Minuten nach der nächsten Zigarette lechzt?

„Raucherrunden sind gemütlich.“

Das mag sein. Aber kann man als Nichtraucher nicht trotzdem teilnehmen? Und ist man dann ungemütlicher als die Raucher?

„Mein Großvater (oder auch Churchill, Jopi Heesters, Helmut Schmidt) ist uralt geworden und hat geraucht wie ein Schlot. „

Klar! 80 bis 85% aller Raucher sterben ja auch gar nicht am Rauch. Aber würden sie in das Auto einer Marke steigen, bei der 15 bis 20% aller Fahrzeuge wegen defekter Benzinleitung explodieren? Eher würden sie doch verlangen, dass die Marke verboten wird, oder?

„Bevor ich ab 80 ein Pflegefall bin und nichts mehr machen kann, genieße ich lieber das Leben und sterbe halt etwas eher.“

Als Raucher kann es aber passieren, dass sie bereits mit 60 ein Pflegefall sind, wenn z.B. das Herz nicht mehr so will, Kehlkopfkrebs das Sprechen fast unmöglich macht, ein Raucherbein abgenommen werden muss oder, oder, oder. Der Raucher tauscht ja nicht die Risiken des Nichtrauchers gegen die des Rauchers ein, sondern hat einige Risiken erhöht und noch ein paar weitere dazu bekommen. Es kann also sein, dass der Raucher viel kürzer „genießt“, als er möchte UND eher stirbt. Und was den „Genuss“ betrifft: Siehe oben.

„Wir Raucher zahlen einen Großteil in die Kranken- und Rentenkassen ein und sterben früher.“

Ja. Und vorher kosten sie auch einen großen Teil des Geldes, weil die Behandlung von Herzerkrankungen, diversen Krebsarten usw. nicht so ganz umsonst ist. Abgesehen davon ist es natürlich ein edles Motiv: Rauchen für die Allgemeinheit. Aber wäre es nicht gesünder, das Geld einfach zu spenden?
 
„Raucher sind selbstbewusst“

Au ja! So selbstbewusst, wie ein Junkie, wenn er auf Droge ist. Aber setzen sie den Junkie und den Raucher mal eine Zeit auf Entzug. Dann ist der Charakter aber ein ganz anderer. („Rauch mal eine, dann wirst du wieder ruhiger!&ldquo

„Rauchen macht schlank“

In dem Fall erwähne ich auch gern mal den guten Churchill als Gegenbeispiel. Es scheint also nur bedingt zu stimmen. Ansonsten wären ja auch alle Raucher schlank und die Nichtraucher dick.

Sie sehen, dass keines der oft zitierten Argumente wirklich haltbar ist, wenn man mal darüber nachdenkt.
Wie sollte es auch? Letzten Endes sind das alles hilflose Versuche, eine Sucht zu rechtfertigen, die nicht zu rechtfertigen ist.

Wenn es Ihnen mit Hilfe des Buches letztendlich gelungen ist, ein neues, rauchfreies Leben zu beginnen, dann empfehlen Sie es ruhig weiter.
Aber auch dieses Buch ist keine Garantie dafür, dass es klappt mit dem Aufhören. Es kann nur die Chancen enorm erhöhen, wenn sie die Hinweise und Empfehlungen auch wirklich alle befolgen.
Haben Sie es trotz aller Hilfe nicht geschafft, dann verzweifeln Sie nicht gleich. Fast jeder Exraucher brauchte mehrere Versuche, um die Sucht zu überwinden. Seien Sie selbstkritisch und überlegen Sie, welchen Fehler Sie gemacht haben könnten. Vielleicht waren Sie zu ungeduldig? Dann brauchen Sie beim nächsten Mal mehr Zeit für die mentale Vorbereitung. Oder Sie wurden bei ihren rauchenden Kollegen schwach? Dann legen Sie den nächsten Versuch tatsächlich auf den Urlaubsbeginn und erzählen sie nach dem Urlaub wirklich allen, dass Sie schon seit Wochen nicht mehr rauchen.
Na, Sie werden sicher etwas finden, was Sie beim nächsten Mal besser machen können.
Nehmen Sie am besten einen langen Anlauf und starten Sie dann neu. In der Zwischenzeit denken Sie noch mal intensiv über die Argumente nach, die für ein rauchfreies Leben sprechen.
Und der nächste Anlauf wird es dann sein. Versprochen!

Am Ende möchte ich noch meinen Dank aussprechen, an Rotlocke, den Hundspaßminister, Lara13, Justwuascht, Purzel und die vielen anderen Mitglieder der Rauchstopphilfe, eines Internetforums, das es leider nicht mehr gibt. Ohne euch wäre dieses kleine Buch nicht entstanden und ich würde vielleicht immer noch rauchen.
Mimimat, mit drei „m“.

15.11.13 09:24
 
Letzte Einträge: Rauchfrei leben Teil 4, Mittag unter 5€ für 4 Personen -I-, Mittag unter 5€ für 4 Personen -II-, Mittag unter 5€ für 4 Personen -IV-, Große Koalition?


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Oswald Walser / Website (8.5.17 10:30)
Meine Erfahrungen beim Ausstieg vom Kettenraucher zum Nichtraucher.
„Von 60 Zigaretten auf 0 Zigaretten“
Ich moechte mit diesem Bericht versuchen, meine Erfahrungen beim Ausstieg zu schildern, um all denen die zur Zeit noch abhaengig sind etwas Mut zu machen aufzuhoeren bzw. es einmal unbedingt auszuprobieren!

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