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Deutschland ohne Hauptstadt

 Berlin schafft sich ab. Ich kann zwar den Sarazzin nicht ausstehen und weiß auch nicht, ob seine These für ganz Deutschland zutrifft. Aber ich bin mir sicher: Berlin schafft sich ab. Und Deutschland wird bald keine Hauptstadt mehr haben, die diesen Namen verdient. Wie ich darauf komme? Dazu muss ich weiter ausholen: Ich kam 1989, kurz vor Mauerfall nach (Ost-)Berlin. Mir ging es so, wie es heute noch so manchem Touristen geht, der die Bauwerke sieht, die Einkaufsmöglichkeiten (ja, Berlin war in der DDR privilegiert) und die Chancen auf ausgedehntes Nachtleben. Ich war geblendet und wollte unbedingt in die Hauptstadt. Das war damals noch keine schlechte Idee, wenn auch der Putz etwas bröckelt, wenn man erst mal eine Zeit lang da ist. Auch nach Mauerfall und Wiedervereinigung war noch alles gut. Aber irgendwann ging es dann langsam los: Berlin rutschte ab. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass der Westteil seinen Status als Frontstadt verlor, während gleichzeitig der Ostteil nicht mehr das Nonplusultra der Ex-DDR-Bürger war. aber es wird sicher seinen Teil beigetragen haben. die Folge war nämlich, dass sich die Berliner hüben wie drüben immer noch als was Besonderes sahen, es aber nicht mehr waren. Die Sonderbehandlung seitens des Bundes fiel weg, es kam keine Förderung mehr an und Berlin, das weitermachte wie bisher, verschuldete sich bis Oberkante Unterlippe. Ein unfähiger Senat löste den nächsten ab und unser immer noch aktueller (re-)Gierender Bürgermeister kommt auf die grandiose Idee, sich einfach vom Bund entschulden zu lassen. Welche Idee ihm nicht kam, war die, dass der Bund eventuell nicht mitspielt und den Herrn Wowereit abblitzen lässt. Der reagierte dann wie ein schmollendes Kind (alle böse), hatte aber keinen Plan B in der Schublade. Na der oben bereits erwähnte Herr Sarrazin als Finanzsenator kam ja dann auf den Einfall zu "Sparen bis es quitscht". Und damit ging das Dilemma los. Nach dem Rasenmäherprinzip wurde überall gekürzt, egal ob nötig oder nicht; egal ob sinnvoll oder nicht. Beispiele gefällig?

- Die Frostschäden in der Stadt werden mangels Geld für Ausbesserungen nur notdürftig geflickt. Deshalb reissen alte Schlaglöcher jedes Frühjahr ein Stück weiter auf. Gleichzeitig werden aber unsinnige Straßen neu oder umgebaut. Denn im Topf für Straßenbau ist noch Geld übrig. Nur in dem für Reparatur fehlt es. "Sinnvoll" war z.B. der Bau der Ellen-Epstein-Str. als Verbindung von Beussel- und Perleberger Str. Obwohl doch die Quitzowstr. den gleichen Zweck erfüllte - und das vierspurig. Sinnvoll war es auch, ein 200 m langes Stück der Rathenower Str. (dort gleich um die Ecke) verkehrsberuhigt zu gestalten, was 1. Die Durchfahrt ausbremst, 2. die Anwohner einige Parkplätze kostet und 3. die Straße für fast 2 Jahre unpassierbar gemacht hat. So lange dauerte es nämlich, ein paar Huckel in die Straße zu lassen und Blumenkästen zu setzen. Ja, lieber Leser, Berlin kann nicht nur Flughafen bauen!

- In Berlin wird wieder klassenübergreifend unterrichtet. Das bedeutet, die Klassen 1-3 werden zusammengefasst und sitzen gemeinsam beim Lernen. Eine Sache, die nach dem Krieg mal als Notlösung gemacht wurde, weil Lehrermangel herrschte, wurde in Berlin als ganz neues Konzept wieder eingeführt. Fairerweise muss man sagen, dass das nicht an allen Schulen passierte. Aber die Idee an sich ist schon grandios! Aber wie hieß es so schön im Wahlkampf? An der Bildung wird nicht gespart.

- Im öffentlichen Dienst wurden Stellen radikal gestrichen. Das führte dazu, dass Polizei- und Feuerwehrwachen geschlossen wurden und ein großer Teil der Beamten Nachts nicht mehr im Dienst sind. Die Zuschläge wären nämlich zu teuer. Ergebnis: wenn spontan eine größere Sache passiert (Großbrand, irgendeine Naturkatastrophe, Anschlag oder ähnliches) dann sind keine Kräfte mehr für andere Sachen frei. Ab dem Moment darf keine Schlägerei mehr passieren, kein Wasserrohr platzen oder eine Wohnung in Brand geraten. Auch schwere Verkehrsunfälle usw. haben in dieser Nacht zu unterbleiben. Es wäre kein Personal mehr dafür übrig. Letzteres wird eh immer weniger. Nur Berlin konnte sich den Schildbürgerstreich leisten einige Hundert Polizisten erst auszubilden und dann zu entlassen. Das war vor ca. 6 Jahren. Jetzt stellt man plötzlich erstaunt fest, dass demnächst viele Beamte pensioniert werden und kein Nachwuchs da ist. Oh Wunder! Aber wie hieß es so schön im Wahlkampf? An der Sicherheit wird nicht gespart.

- Die Volkshochschule Marzahn hängt in vorauseilendem Gehorsam Aktbilder (die übrigens nicht besonders schön sind) ab. Begründung: Man möchte muslimische Frauen nicht provozieren. Woanders kommt wer auf den Einfall, die Weihnachtsmärkte in "Wintermärkte" umzubenennen. Mit der gleichen Begründung. Auf den Meldestellen liegen die Formulare nicht mehr nur in Deutsch, nein auch in türkisch und arabisch aus. Das alles hat insofern mit dem Rest zu tun, als ein Großteil der Berliner Bevölkerung nicht nur nicht integriert wird, nein es wird ihnen erleichtert, sich selbst auszugrenzen. Dieser Teil steht dann außerhalb der Gesellschaft und ist gar nicht in der Lage, seinen Teil für das große Ganze beizutragen.

- weitere Kleinigkeiten die die Auswirkungen zeigen: Autobahntunnel müssen gesperrt werden, weil Fliesen herabfallen (Grund: mangelnde Wartung), der Bahnhof Friedrichstraße hatte das gleiche Problem, mit gleicher Ursache. Auf Grund fehlender Wartung mussten etliche S-Bahnen aus dem Verkehr gezogen werden. Ganze Strecken waren wochenlang tot.

Und so zieht sich das immer weiter hin und es wird immer mehr.

 

Hätte Berlin einen fähigen Senat, dann würden sie sparen, wo es Sinn macht. Dann hätte man die Idee zur Wowereit-Gedächtnis-Bibliothek fallen lassen, dann würde man nicht von einem Stadtschloss träumen, dann würde man die Zuwendungen an die vielen Opern und Theater auf einige wenige beschränken usw. Möglicherweise wäre Berlin dann nicht mehr so sexy, aber auch nicht mehr so arm. Und investieren könnte man auch: Z.B. leistet man sich vielleicht mal im Straßenbauamt Außendienstmitarbeiter, die alle Baustellen abklappern und schauen, wo überhaupt gebaut wird. Wer seinen Auftrag nicht erfüllt, bekommt kein Geld. Oder es könnten einige mehr Steuerprüfer eingesetzt werden, die den vielen Betrieben mehr auf die Finger schauen. Gut ausgebildet und motiviert, würden die das vielfache ihrer Kosten einbringen. Nur fürchte ich, das alles ist nicht gewollt. Wer von den Mächtigen will schon die Theater schließen? Schließlich zeigt man sich dort bei den Großen aus Wirtschaft und Politik. Und auch Baudenkmäler müssen sein. Setzt man sich doch so ein Denkmal für spätere Generationen. Und mehr Steuerprüfer sind natürlich ein Risiko für die Wirtschaftsfreunde und Sponsoren und die netten Leute mit den Parteispenden. Und so wird weitergewurstelt wie bisher und es passiert das: Bildung wird schlechter -> weniger Leute bekommen Ausbildungsplatz und Arbeit -> Kriminalität steigt -> kann durch schlecht motivierte/ausgebildete Polizei nicht bekämpft werden -> Einnahmen im Land sinken weiter -> es muss mehr gespart werden -> Bildung wird schlechter -> usw. Und deshalb denke ich, Berlin schafft sich ab.

19.11.13 15:46
 
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