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Die Christen und die Geschichtskittung

Nero, der irre Kaiser, hat Rom angezündet und die Christen dafür verfolgen lassen. So, die Geschichte, wie wir sie kennen.

Nur stimmt das nicht.

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Nero war zu dem Zeitpunkt, als das Feuer ausbrach, gar nicht in Rom sondern in Antium. 

Erst, als er Kenntnis davon bekam, reiste er nach Rom, um Gegenmaßnahmen zu treffen . So ließ er z.B. laut Tacitus seine Privatgärten und die Bauwerke der Agrippa für das Volk öffnen, sorgte für Lebensmittel und Notunterkünfte.

 

Diese Schilderungen passen wohl kaum zu dem überlieferten Bild, welches Nero zeigt, wie er mit einer Harfe in der Hand das brennende Rom besingt.

Wie kam es dann aber überhaupt zu dem Brand? 

Nun, Brände waren in Rom damals nicht ungewöhnlich. Auf Grund fehlender Bau- oder Brandschutzvorschriften kam es immer wieder vor, dass baufällige Gebäude einstürzten und Herdfeuer, brennende Fackeln usw. die Bausubstanz, die oft aus Stroh und trockenem Holz bestand, in Brand setzte. Die enge der Gassen tat ihr übriges, damit sich ein solcher Brand ausbreitete. 

Möglich wäre aber auch folgendes: Nero hatte Recht, als er die Christen für das Feuer verantwortlich machte. 

Zur damaligen Zeit waren die Christen eine sehr viel kleinere religiöse Sekte als heute UND sie warteten auf das nahe Ende der Welt. 

Rom mit seinen Sitten war für die damaligen Christen sowieso die neue "Hure Babylon".

Und es wäre doch möglich, dass solche Sprüche wie der von Jesus "Ich bin gekommen, dass ich ein Feuer anzünde auf Erden. Was wollte ich lieber, als es brennte schon!" (Lukas, XII, 49) entsprechend gedeutet wurden. Vergessen wir auch nicht, dass dem Feuer von den Christen eine reinigende Wirkung zugeschrieben wird. Denken wir nur an die Hexenverbrennung oder das "Fegefeuer". 

So kam es nach dem Brand Rom zu öffentlichen Feiern unter den Christen und es soll nach Tacitus auch passiert sein, dass sich Christen selbst öffentlich der Brandstiftung bezichtigten. Ob das nun als Geständnis zu werten ist oder nur Prahlerei darstellt, ist heute sicher kaum noch zu ermitteln. aber wir halten fest:

- Es kam zu einem Großbrand in Rom, wie es ihn in der Größe weder vorher noch nachher gab.

-  Nero war zu diesem Zeitpunkt gar nicht in Rom, konnte also den Befehl nicht gegeben haben

- Die Christen waren eine Endzeitsekte, welche zum einen Rom als unmoralisch ablehnten und zum anderen das Feuer als reinigend ansahen.

-Einzelne Christen haben sich damit gebrüstet, das Feuer gelegt zu haben. 

Was liegt da näher, als in Rom die vermutlichen Brandstifter zu verfolgen? Vergessen wir nicht, dass es damals keine Gerichtsverhandlungen gab, wie wir sie kennen: mit forensischen Gutachten, Geschworenen, Berufungsverhandlung und StPO.

Und noch etwas macht doch stutzig: Es war ein christlicher Geschichtsschreiber, Sulpicius Severus, der erst 400 Jahre später den Brand Nero anhing. Als Motivation fällt mir nur eine Sache ein: Die Christen mussten als die Guten und Nero, der ihre Taten verfolgte, als der Böse dargestellt werden.

 

Geschichte wird eben immer wieder von den Siegern gemacht.

20.11.13 22:14
 
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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kalle1997 / Website (20.11.13 17:29)
Ist das wichtig! Die Vergangenheit kann man ändern für die eine oder für die andere Seite. Ich sag immer ich war nicht dabei, es sind in der Vergangenheit viele Fehler gemacht worden, und die Fehler multiplizieren sich mit jedem Fehler.
Das was geschrieben steht wurden auch für das Schlechte verwendet und diese geschied immer noch.
Die Verfolgung der Christen fand früher statt und heute auch noch.
Aber da sieht man mal wie Geschichte heute noch verfälscht wird.
Du hast es heraus gefunden.


Mimimat (20.11.13 17:43)
Die Sache ist nur die: Egal, was man historisch liest oder hört, man muss sich immer seinen eigenen Kopf machen. Denn was man vorgesetzt bekommt, ist oft irgendwie im sinne des Schreibers bereinigt.
Und DAS finde ich schon wichtig. Genau so, wie es wichtig wäre, aus der Geschichte zu lernen. aber das passiert auch in der Hochpolitik viel zu wenig.

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